Impfungen für Vietnam: Was du vor der Reise klären solltest
Vietnam ist ein großartiges Reiseland, gesundheitlich aber anspruchsvoller als zum Beispiel Japan. Die medizinische Versorgung ist außerhalb von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt oft eingeschränkt. Deshalb lohnt es sich, vor der Reise ein paar Dinge zu erledigen.
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Einreise
Mit deutschem Reisepass brauchst du für Aufenthalte bis 45 Tage kein Visum. Der Ein- und Ausreisetag zählen dabei jeweils als voller Tag. Bei der Einreise musst du einen Ausdruck deines Rück- oder Weiterflugtickets vorlegen, und dein Pass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein. Kontrolliere direkt bei der Einreise, ob du einen Stempel mit Gültigkeitsdatum bekommen hast. Die Strafen für Überziehen wurden im Dezember 2025 erhöht, und die Abwicklung kann die Ausreise um Tage verzögern.
Pflichtimpfungen gibt es bei direkter Einreise aus Deutschland keine.
Empfohlene Impfungen
Das Auswärtige Amt empfiehlt für Vietnam allgemein eine Impfung gegen Hepatitis A. Bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition kommen Impfungen gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Dengue hinzu. Die Standardimpfungen nach STIKO, inklusive Masern und gegebenenfalls Influenza, sollten aktuell sein.
Die CDC empfiehlt außerdem ungeimpften Reisenden jeden Alters eine Impfung gegen Hepatitis B und Typhus für die meisten Reisenden.
Tollwut: in Vietnam ein echtes Thema
Bei Tollwut ist Vietnam deutlicher als viele andere Länder. Laut Auswärtigem Amt besteht landesweit ein hohes Risiko für Bisse durch streunende Hunde. Gleichzeitig ist die nötige Behandlung nach einem Biss für Ungeimpfte im Land nicht immer möglich. Genau dafür ist die Impfung vor der Reise gedacht: Sie verschafft dir Zeit und vereinfacht die Behandlung danach.
Auch geimpft gilt: Nach jedem Biss, Kratzer oder wenn ein Tier eine offene Wunde ableckt, sofort zum Arzt.
Mücken: Dengue, Japanische Enzephalitis, Malaria
Dengue wird in vielen Teilen des Landes von tagaktiven Mücken übertragen. Meist verläuft die Krankheit mit Fieber, Ausschlag und starken Gliederschmerzen, Komplikationen sind bei Reisenden selten. Eine Impfung gibt es, ob sie für dich sinnvoll ist, klärst du mit einem Reisemediziner. Wichtiger ist für alle: konsequenter Mückenschutz, auch tagsüber.
Malaria gibt es in Vietnam ganzjährig, das Risiko ist aber regional sehr unterschiedlich. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) stellt eine Karte der Risikogebiete bereit. Schau dir die vor der Reise an und sprich mit deinem Arzt, ob du für deine Route Medikamente brauchst.
Alkohol: Vorsicht bei Methanol
Ein Punkt, der in vielen Ratgebern fehlt: Das Auswärtige Amt warnt vor Methanolvergiftungen durch gepanschten Alkohol. Das betrifft vor allem selbstgebrannten Schnaps, der bei Homestays in ländlichen Gegenden angeboten wird, und kostenlose Begrüßungsshots in Bars und Clubs. Methanol kann bleibende Schäden verursachen und tödlich sein. Lieber verzichten.
In Ho-Chi-Minh-Stadt gibt es außerdem vermehrt Polizeirazzien in Bars und Clubs mit verpflichtenden Drogentests. Bei einem positiven Test droht mehrtägiger Gewahrsam ohne Kontakt zu Angehörigen.
Medizinische Versorgung
Die Versorgung ist laut Auswärtigem Amt nicht mit Europa vergleichbar, es gibt keine notfallärztliche Versorgung wie bei uns, und in Provinzkrankenhäusern wird meist nur Vietnamesisch gesprochen. Bessere Kliniken findest du in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist hier keine Formsache.
Weil die Verständigung schwierig sein kann, ist es hilfreich, Impfungen, Allergien und Medikamente schriftlich dabeizuhaben. In Journai kannst du das verschlüsselt speichern und auch ohne Internet zeigen.
Kurz gesagt
Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen sind das Minimum. Über Tollwut solltest du für Vietnam ernsthaft nachdenken, über Hepatitis B, Typhus und weitere Impfungen je nach Reise. Dazu Mückenschutz, Vorsicht bei Alkohol und eine gute Auslandskrankenversicherung.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Vietnam: Reise- und Sicherheitshinweise
- CDC Travelers' Health: Vietnam
- DTG: Empfehlungen
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine reisemedizinische Beratung.